@misc{Bogusz2024,
Title = {Natur und Gesellschaft in der Meeresforschung - Perspektiven interdisziplinärer Zusammenarbeit im Anthropozän},
Author = {Bogusz, T. and Holtappels, M. and Hodapp, D. and Schlüter, A. and Breckwoldt, A. and Barz, F. and Bleischwitz, R. and Bruns, A. and Buschbaum, C. and David, C. G. and Ferse, S. and Franke, A. and Fritz, J. S. and Fujitani, M. and Glaser, M. and Goseberg, N. and Heine, U. and Hillebrand, H. and Kannen, A. and Kasten, S. and Kuhn, A. and Krause, G. and Kriegl, M. and Link, H. and Martinez, G. and Müller, C. and Pogoda, B. and Ratter, B. and Pelke, N. and Schlurmann, T. and Schnitzler, J.},
Editor = {},
Year = {2024},
Doi = {10.5281/zenodo.15044156},
Abstract = {Kurzfassung
Die vom Menschen verursachten Umweltkrisen zeigen sich auch in den Meeren immer deutlicher und sichtbarer. Insbesondere die Natur- und Technikwissenschaften haben durch groß angelegte Forschungsinitiativen dazu beigetragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für den bedrohten Zustand der Meere und Küsten zu schärfen. Die bisherigen Ergebnisse und Empfehlungen haben jedoch noch nicht zu einem wirksamen gesellschaftlichen Handeln geführt. Hierfür ist ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen
gesellschaftlichen und naturbasierten Prozessen erforderlich. Um diese Wechselwirkungen zu erfassen, muss die Zusammenarbeit zwischen den großen Disziplinengruppen der Natur- und Technikwissenschaften einerseits und den Sozial- und Kulturwissenschaften andererseits deutlich intensiviert und professionalisiert werden. Diese Zusammenarbeit benötigt strukturelle Förderung und eine strategisch tragfähige Implementierung in Forschung und Ausbildung. Vor dem Hintergrund der laufenden UN-Ozeandekade (2021–2030) stellt dieses Positionspapier fünf Entwicklungsbereiche für eine zukünftige interdisziplinäre Meeresforschung vor und zur Diskussion: 1. Herstellung von Anschlussfähigkeit zwischen den akademischen Wissenschaftskulturen; 2. Reformen in der Ausbildung zur Professionalisierung der interdisziplinären Forschung und Lehre; 3. Reformen der Meeresforschungsorganisationen; 4. Anpassung der Projektförderung und Projektorganisation und 5. Strukturelle Öffnung in die Gesellschaft.
Zusammenfassend stellen wir fest: Interdisziplinäre Forschung braucht neben der Expertise der einzelnen Disziplinen eine Reflexion der verschiedenen Wissenschaftskulturen, um Bedingungen und Potentiale der Zusammenarbeit zu erkennen. Interdisziplinäre Kollaboration entsteht dann durch einen lösungsorientierten Blick auf gemeinsam definierte Problemlagen, so dass Lösungsansätze sowohl
auf Natur- als auch auf Gesellschaftswissen gründen können. Dies kann durch die Ausrichtung von Förderzielen auf Handlungswissen, sowie durch die Berücksichtigung interdisziplinärer Bedarfe auf operationeller Ebene (Vernetzung- und Findungsphasen möglicher Partner) befördert werden. Der Aufbau interdisziplinärer Exzellenz benötigt darüber hinaus einen Entwicklungspfad für eine interdisziplinäre wissenschaftlichen Ausbildung, die auch Grundlage für transdisziplinäre und außerakademische Laufbahnen wäre, sowie die Etablierung interdisziplinärer Bewertungsmechanismen in den verschiedenen Evaluierungsgremien, welche multidisziplinär zusammengesetzt und mit interdisziplinärer Expertise ausgestattet sein sollten. Gleichzeitig braucht es einen Ausbau interdisziplinärer Kompetenz in den einzelnen Forschungsinstitutionen, der auch dazu beiträgt, die transdisziplinäre Zusammenarbeit mit außerakademischen Akteur:innen strukturiert auszubauen.},
}
TY - RPRT
AU - Bogusz, T.
AU - Holtappels, M.
AU - Hodapp, D.
AU - Schlüter, A.
AU - Breckwoldt, A.
AU - Barz, F.
AU - Bleischwitz, R.
AU - Bruns, A.
AU - Buschbaum, C.
AU - David, C. G.
AU - Ferse, S.
AU - Franke, A.
AU - Fritz, J. S.
AU - Fujitani, M.
AU - Glaser, M.
AU - Goseberg, N.
AU - Heine, U.
AU - Hillebrand, H.
AU - Kannen, A.
AU - Kasten, S.
AU - Kuhn, A.
AU - Krause, G.
AU - Kriegl, M.
AU - Link, H.
AU - Martinez, G.
AU - Müller, C.
AU - Pogoda, B.
AU - Ratter, B.
AU - Pelke, N.
AU - Schlurmann, T.
AU - Schnitzler, J.
TI - Natur und Gesellschaft in der Meeresforschung - Perspektiven interdisziplinärer Zusammenarbeit im Anthropozän
PY - 2024
DO - 10.5281/zenodo.15044156
AB - Kurzfassung
Die vom Menschen verursachten Umweltkrisen zeigen sich auch in den Meeren immer deutlicher und sichtbarer. Insbesondere die Natur- und Technikwissenschaften haben durch groß angelegte Forschungsinitiativen dazu beigetragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für den bedrohten Zustand der Meere und Küsten zu schärfen. Die bisherigen Ergebnisse und Empfehlungen haben jedoch noch nicht zu einem wirksamen gesellschaftlichen Handeln geführt. Hierfür ist ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen
gesellschaftlichen und naturbasierten Prozessen erforderlich. Um diese Wechselwirkungen zu erfassen, muss die Zusammenarbeit zwischen den großen Disziplinengruppen der Natur- und Technikwissenschaften einerseits und den Sozial- und Kulturwissenschaften andererseits deutlich intensiviert und professionalisiert werden. Diese Zusammenarbeit benötigt strukturelle Förderung und eine strategisch tragfähige Implementierung in Forschung und Ausbildung. Vor dem Hintergrund der laufenden UN-Ozeandekade (2021–2030) stellt dieses Positionspapier fünf Entwicklungsbereiche für eine zukünftige interdisziplinäre Meeresforschung vor und zur Diskussion: 1. Herstellung von Anschlussfähigkeit zwischen den akademischen Wissenschaftskulturen; 2. Reformen in der Ausbildung zur Professionalisierung der interdisziplinären Forschung und Lehre; 3. Reformen der Meeresforschungsorganisationen; 4. Anpassung der Projektförderung und Projektorganisation und 5. Strukturelle Öffnung in die Gesellschaft.
Zusammenfassend stellen wir fest: Interdisziplinäre Forschung braucht neben der Expertise der einzelnen Disziplinen eine Reflexion der verschiedenen Wissenschaftskulturen, um Bedingungen und Potentiale der Zusammenarbeit zu erkennen. Interdisziplinäre Kollaboration entsteht dann durch einen lösungsorientierten Blick auf gemeinsam definierte Problemlagen, so dass Lösungsansätze sowohl
auf Natur- als auch auf Gesellschaftswissen gründen können. Dies kann durch die Ausrichtung von Förderzielen auf Handlungswissen, sowie durch die Berücksichtigung interdisziplinärer Bedarfe auf operationeller Ebene (Vernetzung- und Findungsphasen möglicher Partner) befördert werden. Der Aufbau interdisziplinärer Exzellenz benötigt darüber hinaus einen Entwicklungspfad für eine interdisziplinäre wissenschaftlichen Ausbildung, die auch Grundlage für transdisziplinäre und außerakademische Laufbahnen wäre, sowie die Etablierung interdisziplinärer Bewertungsmechanismen in den verschiedenen Evaluierungsgremien, welche multidisziplinär zusammengesetzt und mit interdisziplinärer Expertise ausgestattet sein sollten. Gleichzeitig braucht es einen Ausbau interdisziplinärer Kompetenz in den einzelnen Forschungsinstitutionen, der auch dazu beiträgt, die transdisziplinäre Zusammenarbeit mit außerakademischen Akteur:innen strukturiert auszubauen.
ER -